Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

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Mittwoch, 17. August 2016

Schwerin: erneut Anklage gegen ehemaligen „Power-for-Kids“-Chef erhoben

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den 42-jährigen Mitbegründer des Schweriner Jugendhilfevereins „Power for Kids“ erneut Anklage wegen Kindesmissbrauchs erhoben. Peter B. wird vorgeworfen, zwischen 2010 und 2015 sieben Jungen im Alter von zehn bis 13 Jahren mehrfach missbraucht zu haben. Das teilte die Anklagebehörde am Dienstag mit.

Der Ex-Chef des im Jahr 2000 gegründeten Jugendtreffs im Schweriner Stadtteil Großer Dreesch war im Februar zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte vor Gericht zugegeben, in insgesamt 60 Fällen Jungen missbraucht zu haben.

Wegen der Vorfälle gerieten das Schweriner Jugendamt und die Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) massiv in die Kritik. Ein Untersuchungsausschuss wies der Jugendamtsleiterin, der Oberbürgermeisterin und dem Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses eine Mitverantwortung dafür zu, dass die Übergriffe lange verborgen geblieben waren. Bereits Anfang 2015 hatten sich Jungen einem Schulsozialarbeiter anvertraut, der sich daraufhin ans Jugendamt wandte. Doch die Behörde schaltete die Polizei nicht ein. Die Fälle flogen erst auf, als einige der sexuell missbrauchten Jungen ihren Eltern davon erzählten. Das war im August 2015 - acht Monate nach den ersten Meldungen beim Jugendamt.

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