Samstag, 8. Oktober 2016

Cham: Sohn (5) angezündet - Familie stand unter der Betreuung des Jugendamtes

Vor der Brandattacke auf einen Fünfjährigen in der Oberpfalz hat das zuständige Jugendamt die Familie mehrfach überprüft. Es habe einen engmaschigen Kontakt und mehrfache Überprüfungen der Wohnverhältnisse gegeben, teilte das Landratsamt Cham am Freitag mit. Dabei seien keine Gefährdungen der Kinder festgestellt worden, insbesondere keine Hinweise auf körperliche Misshandlungen.

Seit Donnerstag sitzt eine 36 Jahre alte Frau aus Waldmünchen (Landkreis Cham) in der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie, weil sie ihren Sohn mit Benzin übergossen und angezündet haben soll. Die Krankheit sei wohl der Auslöser der Tat gewesen, sagte Oberstaatsanwalt Theo Ziegler aus Regensburg am Freitag. Nach Angaben des Landratsamtes sei die Familie mit ihren fünf Kindern erst im Juni diesen Jahres in den Landkreis Charm gezogen. Aufgrund eines Hinweises der bis dahin zuständigen Behörden über erhebliche Schulversäumnisse der Kinder erfolgten die Kontrollen durch das Jugendamt.

Unterlassene Hilfeleistung des Vaters

Die Mutter war am Dienstag mit ihrem Ehemann und dem Fünfjährigen zu einer Tankstelle gefahren, in der auch eine Postfiliale betrieben wird, und wollte ein Paket aufgeben. Der Betreiberin der Tankstelle fiel das durch die Brandwunden entstellte Gesicht des Buben auf, sie alarmierte das Jugendamt.

Mit Hilfe der Polizei wurde der Fünfjährige aus der Wohnung geholt und in eine Spezialklinik gebracht. Die vier anderen Kinder der Familie sind inzwischen in der Obhut des Jugendamtes. Gegen den Vater des Jungen wird wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt. Er ist aber auf freiem Fuß.
Die Staatsanwaltschaft macht derzeit keine Angaben dazu, ob sich die Eltern zu den Vorwürfen geäußert haben. Der Junge hatte in dem Krankenhaus berichtet, dass seine Mutter ihn angezündet hatte.


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