Sonntag, 23. Oktober 2016

Ein Jugendamt zahlt 157 Honorarkräften eine Million Euro ohne Übersicht über Einsätze und Kosten!

Doch der Teufel steckt im Detail: So hat sich der Ausschuss den Punkt Honorarkräfte im Jugendamt genau angesehen – und ist darüber gestolpert, dass dort im vergangenen Jahr über 150 Honorarkräfte in Einsatz waren und der Kreis dafür gut eine Million Euro ausgegeben hat.

Honorare bis zu75.000 Euro im Jahr

Am meisten staunte der Ausschuss jedoch, als er sich des Themas Honorarkräfte annahm: Laut Abrechnung hat das Jugendamt im Jahr 2015 gut eine Million Euro ausgegeben für die Jugendhilfeeinsätze von insgesamt 157 Honorarkräften. Pro Stunde seien dabei sehr unterschiedliche Sätze zwischen 25 und 65 Euro berechnet worden. Das habe sich in Einzelfällen auf bis zu 75000 Euro Honorar im Jahr summiert: „Bei dieser Höhe ... besteht die Gefahr einer Scheinselbständigkeit“, warnte Matzner im Kreistag. Die Rechnungsprüfungsausschuss schlägt deshalb vor, diese Fachkräfte sollten künftig jährlich einen Nachweis der Rentenversicherung vorlegen, um zu zeigen, dass sie wirklich selbständig tätig sind.

Problem sei, dass das bisherige Ablagesystem nicht klar erkennen lasse, welche Honorarkraft wie oft und wie lange bei welchen Jugendhilfefällen im Einsatz gewesen sei. Ein neues EDV-Programm soll das aber künftig übersichtlicher darstellen, hätten die Verantwortlichen des Jugendamts zugesichert, sagte Matzner im Kreistag. Für den Rechnungsprüfungsausschuss stellt sich nach seinen Worten aber auch die Frage, „ob der Einsatz von Honorarkräften nicht reduziert“ und stattdessen Maßnahmen mit eigenen Mitarbeitern bewältigt werden könnten.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen