Freitag, 27. Februar 2015

Richterin Fürstenau vom Amtsgericht Wiesloch schickt Kind ohne entsprechende Voruntersuchung in die Psychiatrie

Dieser fröhliche Junge sollte am letzten Montag von der Polizei gepackt, aus seinem Zuhause von der Mutter, dem Zwillingsbruder und seiner 5jährigen Schwester weggerissen und dem Vater übergeben werden. Dieser wollte ihn sodann auf Empfehlung der Kinder- und Jugendpsychiaterin Dr. med. Maria Schmidbauer aus  Heidelberg auf unbestimmte Zeit zur stationären Behandlung in das Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim geben. Das Institut ist eine Einrichtung des LWL-Kommunalverbandes. Dort finden auch psychiatrische Forschungsprojekte mit Kindern statt. Das Institut sucht hierfür Kinder, welche als Probanden zur Verfügung stehen......

Dabei gibt es keine Diagnose, die eine solche Einweisung rechtfertigen würde. Die Mutter befürchtet, dass ihr Sohn mit Hilfe des Jugendamtes und Gerichtes zwangsweise an der Studie Tactics teilnehmen muss. Da das Gericht ihr die Gesundheitssorge im einstweiligen Verfahren (ohne gesetzliche Ermächtigungsgrundlage) entzogen hat, hätte die Mutter im Moment keinerlei Möglichkeiten eine zwangsweise psychiatrische und ärztliche Behandlung ihres Kindes im ZI in Mannheim zu unterbinden.



Grund dafür könnte sein, dass gegen den Vater aktuell drei Strafverfahren laufen, zwei davon wegen Kindesmisshandlung gegen dieses Kind. Der fast 11jährige Junge verweigert seit dem 02.Jan.2015 den Umgang mit seinem Vater.

Die "Psychiatrieeinweisung" hat das Amtsgericht Wiesloch durch Richterin Fürstenau - entgegen den Bestimmungen des SGB V, wonach nur ein behandelnder Arzt eine Psychiatrieeinweisung vornehmen darf, per Gerichtsbeschluss "angeordnet".

Die Kinder- und Jugendpsychiaterin Frau Dr. Schmidbauer hat im Juli +November 2014 den 10-jährigen untersucht. Er soll Schulprobleme haben "seinen Kopf während des Unterrichts auf den Tisch legen" und sehr langsam arbeiten, weshalb u.a. wegen dieser "Auffälligkeiten" eine stationäre psychiatrische Untersuchung empfohlen und vom Amtsgericht Wiesloch, Richterin Fürstenau "angeordnet" worden ist.

Kann es einem Kind wirklich gut tun, wenn man ihm die Mutter und die Familie wegnimmt?
Zwillingkinder haben eine besonders intensive Bindung zu ihren Geschwisterkindern. Wie man es einem Zwilling gehen, wenn man ihn halbiert?

Seelischer Schmerz ist Folter! Wir müssen unsere Kinder beschützen! Niemand darf zulassen dass so etwas passiert!

Das ist kein Einzelfall, sondern leider an der Tagesordnung!

 Zu all dem Leid kommt noch die Stigmatisierung durch die Gesellschaft. Wir alle haben gelernt: "Das Jugendamt kommt nur, wenn die Kinder vernachlässigt werden und es ihnen schlecht geht" <=> Der Umkehrschluss ist also: "Wenn bei denen das Jugendamt kommt, muss ja was nicht in Ordnung sein, sonst würden die ja nicht einschreiten!"


Donnerstag, 26. Februar 2015

Lenzkirchen: Protokoll des Versagens eines Jugendamtes

Warum gab das Jugendamt im Fall Alessio den Dreijährigen in die Obhut des Stiefvaters zurück? Laut einem Protokoll, das der BZ vorliegt, war bei dem maßgeblichen Treffen mit der Mutter, dem Stiefvater und einer Anwältin nur ein Mitarbeiter des Jugendamts anwesend. Die Geschichte eines verhängnisvollen Fehlers. 

Am 14. Oktober 2014 hat nicht nur Alessio einen rabenschwarzen Tag erwischt. Auch Herr X., so hat man im Nachhinein den Eindruck, scheint zumindest mit dem falschen Fuß aufgestanden zu sein. Sonst hätte er an diesem Morgen hoffentlich anders reagiert. In seinem Büro, so ist dem Protokoll zu entnehmen, das das Landratsamt dem Freiburger Regierungspräsidium überlassen hat, haben sich an diesem Dienstag nicht nur ein kleiner dreijähriger Junge mit einer schrecklichen Vorgeschichte und seine beiden Eltern versammelt. Herr R. und Frau S., wie wir sie in der Folge nennen wollen, haben sich diesmal Verstärkung mitgebracht – eine Anwältin. Eine ungemütliche Situation für einen Sozialarbeiter, der begründen muss, warum die Familie immer noch nicht zusammenleben darf.

Seine Großmutter habe einen Kreislaufzusammenbruch erlitten, bedrängen der Stiefvater und die Anwältin den Sachbearbeiter. Die aktuelle Situation werde ihr zu viel. Denn dort ist der Kleine untergebracht. Nachdem der Dreijährige aus Lenzkirch mit schweren Misshandlungen in die Uniklinik eingeliefert worden war, war er mit seiner Mutter und Schwester bei R.s Oma eingezogen – um vor dem Stiefvater in Sicherheit zu sein, so die Vereinbarung mit dem Jugendamt.

Ohne bei der Großmutter den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte nachzuprüfen, knickt Sachbearbeiter X. ein. "Vor diesem Hintergrund", schreibt er in seinem Protokoll, "kann eine Rückführung von Frau S. und ihren beiden Kindern in den Haushalt von Herrn R. schon heute... erfolgen." "Die Umgangskontakte können ab sofort ohne weitere Aufsicht gestaltet werden."

Das Schutzkonzept, so der fachmännische Ausdruck, das den kleinen Alessio bis dato vor dem wahrscheinlich gewalttätigen Stiefvater retten sollte, war damit über den Haufen geworfen. Und was nicht unwichtig ist: X. fällt diese Entscheidung, so ist im Protokoll zu lesen, allein. Das Amt rechtfertigte sich am Dienstag auf Anfrage, dem nötigen Mehraugenprinzip sei durch Vor- und Nachbereitung des Treffens im Team Genüge getan worden.

Wenn es um den Schutz eines bedrohten Kindes geht, lässt das Sozialgesetzbuch wenig Spielraum. "Das Gefährdungsrisiko für ein Kind kann immer nur im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte eingeschätzt werden. Ebenso kann ein Schutzkonzept immer nur von mehreren qualifizierten Fachkräften zusammen erstellt werden und es kann auch nur von mehreren geändert werden", sagt Ludwig Salgo, Seniorprofessor mit Schwerpunkt Familien- und Jugendrecht an der Universität Frankfurt sowie Gutachter in Kinderschutzfragen, unter anderem für das Bundesverfassungsgericht. Etwas so Gewichtiges wie die Frage, ob ein Kind aus der Obhut seiner gewalttätigen, alkoholabhängigen, vernachlässigenden Eltern genommen oder in sie zurückgegeben wird, darf niemals eine Person im Jugendamt alleine entscheiden.

Für eine solche gemeinsame und zu protokollierende Entscheidung findet sich allerdings kein Beleg in dem Bericht, mit dem das Landratsamt sein Verhalten im Fall Alessio vor den Prüfern des Regierungspräsidiums (RP) rechtfertigen musste – einen Verfahrensfehler entdeckte die Behörde trotzdem nicht. Auch im Landratsamt bestreitet man den Alleingang des eigenen Mitarbeiters. Schließlich habe man bereits zuvor im Team über das weitere Vorgehen im Fall Alessio beraten – das von Herrn X. neu entworfene Schutzkonzept wurde in dieser Form jedoch nie beschlossen, geschweige denn protokolliert. Erst einen Tag später wurde die Zusammenführung von Vater und Familie von einem Sozialarbeiter-Team abgesegnet – zu spät, sagt Salgo. Nicht mehr als ein Formfehler, könnte man sagen, aber die Geschichte des toten Alessio lehrt: Auch im Kinderschutz sind es die vielen kleinen Fehler, die in die großen Katastrophen münden.

Besonders irritierend wird der verhängnisvolle Beschluss vor dem Hintergrund seines Zeitpunkts: Sechs Tage zuvor hatte die Staatsanwaltschaft ihr Verfahren gegen Herrn R., Alessios Stiefvater, eingestellt – mangels hinreichenden Tatverdachts. "Maßnahmen des zuständigen Jugendamtes zum Schutz des Dreijährigen" erschienen den Juristen in ihrem Schreiben aber, wie berichtet, dennoch "dringend geboten". Und fünf Tage nach Erhalt des Briefes schickt der Sachbearbeiter Herr X. das Kind wieder in die Obhut jenes mutmaßlichen Täters zurück. Geschützt allein durch ein Maßnahmenpaket, das Alessio in ähnlicher Version bereits ein Jahr zuvor nicht vor der brutalen Gewalt hatte schützen können.

"Wir haben alles umgesetzt, was nach bestem Wissen und Gewissen machbar war." Dorothea Störr-Ritter, 19. Januar
Immerhin: Der Stiefvater schien sich laut dem Rechtfertigungsschreiben des Landratsamts innerhalb von zwei Monaten zu einem völlig neuen Menschen gemausert zu haben. Als jemand, "der keine geeignete Problemeinsicht oder Bereitschaft zeigt, geeignete Hilfe in Anspruch zu nehmen", hatte die Uniklinik in ihrem Arztbrief noch im August Herrn R. beschrieben. Das Jugendamt kam Mitte Oktober zu einer ganz anderen Einschätzung: "Reflektiert, ehrlich und bereit, sein Handeln mit professioneller Hilfe zu ändern" – ein erstaunlicher Charakterwandel, vor allem wenn man bedenkt, dass der angeblich so kooperative Klient laut den internen Protokollen am 14. Oktober die Hälfte der unterbreiteten Hilfsangebote ablehnt und gleichzeitig die weitere Zusammenarbeit mit der Familienhelferin und den bisherigen Kinderärzten verweigert.

Auch im Fall Kevin – der Zweijährige, der 2006 in Bremen tot und misshandelt im Kühlschrank seines Stiefvaters aufgefunden wurde – hätten die Eltern stets ihre Kooperationsbereitschaft demonstriert, darauf weist Christine Köckeritz hin. "Trotzdem ging die Gewalt weiter", so die frühere Jugendamtsleiterin, die heute an der Hochschule Esslingen für Entwicklungspsychologie und Jugendhilfe zuständig ist. "Die zugrunde liegenden Probleme werden nicht aus der Welt geschafft, indem die Eltern sagen, wir kooperieren." Warum, fragt man sich, hat sich das eigentlich nicht bis in den Kreis Breisgau-Hochschwarzwald herumgesprochen?

Einblutungen ins Gehirn wie nach Schlägen vor den Kopf, das Kinn ein einziger Bluterguss, Oberkörper, Arme, Beine und Po übersät mit blauen und gelben Flecken, auf den Schultern Hämatome in Form von Fingern, als hätte jemand zu hart zugegriffen, der Hodensack ein kleiner gequetschter dunkelblauer Bluterguss – trotz dieser ärztlichen Diagnosen bei Alessio vier Monate zuvor entschied sich das Jugendamt Mitte Dezember, diesmal allerdings im vorgesehenen Fachgremium, das Kind dem mutmaßlichen Gewalttäter alleine anzuvertrauen, die Mutter war in eine Klinik gebracht worden.

Ein Paket an Therapie- und Unterstützungsmaßnahmen sollte gleichzeitig den Eltern Frust und Stress nehmen und ihre Bindung zu den Kindern stärken. Eine verhängnisvolle Fehleinschätzung, wie man heute weiß. Und ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, wie nicht nur der Psychologe Holger Reinisch meint: "Ein Mensch, der ein kleines dreijähriges Kind so zusammenschlägt, hat ein massives Problem mit seiner Impulskontrolle. Der hat sich nicht im Griff und hat nie gelernt, seinen Frust und seine Gewaltimpulse zu zügeln", sagt der erfahrene Kinderschutzexperte und Gerichtsgutachter. Diese Warnung hätten die Sachbearbeiter auch dem Arztbrief der Uniklinik entnehmen können. "Solange man an dieser Impulskontrolle nicht erfolgreich gearbeitet hat", so die Esslinger Professorin Köckeritz, "muss man damit rechnen, dass es der Betreffende trotz aller Beteuerungen nicht schafft." Die Zeitbombe in der Familie, weiß man heute, tickte weiter. "Das Jugendamt hat nur versucht dafür zu sorgen, dass sie zumindest keiner versehentlich auslöst", so Reinisch.

Natürlich sind die dunklen Ecken im Gehirn eines potenziellen Gewalttäters nur bedingt auszuleuchten, sind die komplexen Strukturen einer Familie nur schwer zu erfassen. Und genau wie jedem anderen Menschen können auch Jugendamtsmitarbeitern Fehler passieren. Aber erfahrene Kinderschutzexperten wissen auch: Man kann erfolgreich versuchen, seine Fehlerquote zu senken. Und je mehr man über den Fall erfährt, desto mehr festigt sich der Eindruck: Gerade an solchen Versuchen hat es im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald gemangelt.

So wird auch das beste Schutzkonzept schnell Makulatur, wenn man nicht überprüft, ob es auch umgesetzt wird. Im Jugendamt wurde zwar bereits Mitte August beschlossen, Alessios Eltern zu 14-tägigen Kontrollbesuchen beim Arzt zu verpflichten. Aber anscheinend überwachte niemand, ob sie dieser Auflage auch nachkamen. Als Mutter und Kind nach fast einem Monat tatsächlich das erste Mal bei ihren Pädiatern in Bonndorf auftauchten, hatte sich vonseiten des Amtes noch niemand bei diesen nach dem Stand der Dinge erkundigt. "So etwas muss kontrolliert werden, sonst hat es keinen Zweck", sagt Köckeritz. In der Zwischenzeit hätten "zwei externe Termine bei anderen Fachstellen" stattgefunden, rechtfertigt sich das Amt. In den Akten an das Regierungspräsidium findet sich dafür allerdings kein Beleg.

Kinderärztin Monika Spitz-Valkoun, eine elegant gekleidete grauhaarige Dame, die selbst in ihrer Aufregung noch gepflegt und analytisch wirkt, und ihr Mann, der mit Wollpullover, Hemdkragen und dem grauen Seitenscheitel auch nicht unbedingt das typische Bild eines Obrigkeitsrebellen abgibt, nehmen kein Blatt vor den Mund: Man habe die Sachbearbeiter des Jugendamtes vor der Lebensgefahr für den Jungen gewarnt, habe Briefe geschrieben, den zuständigen Sozialarbeitern hinterhertelefoniert, ohne Erfolg. "Unsere Bedenken wurden zur Kenntnis genommen, hatten aber keinerlei Konsequenzen. Die haben sich eher angegriffen gefühlt und wollten sich nicht reinreden lassen", erzählen die Kinderärzte.

"Es war uns bekannt, dass der Vater das Kind damals geohrfeigt hat. Aber wenn wir alle Kinder, die jemals geohrfeigt worden sind, wegen des Verdachts auf Kindeswohlgefährdung gleich aus den Familien nehmen sollten, dann wäre der Auftrag der Kinder und Jugendhilfe nicht erfüllt." Eva-Maria Münzer, Sozialdezernentin, 21. Januar
Dabei hätte man viel voneinander lernen können: Monika Spitz-Valkoun hätte zum Beispiel die Möglichkeit gehabt, von ihrem Erlebnis mit Stiefvater und Sohn zu berichten. Bei der Erinnerung scheint es sie heute noch zu schaudern: "Jedes Kind hat Angst vor einer Spritze", erläutert sie, Alessio aber hatte mehr Angst vor dem Stiefvater, der gerade noch die Ärztin zusammengestaucht hatte. Das Brüllen reichte, um den Stiefsohn zur Salzsäule erstarren zu lassen. "Es war unheimlich. Der Junge hat während der Blutabnahme starr dagesessen, keine Miene verzogen und keinen Piep gesagt." Im Jugendamt hat man das Verhältnis zwischen Stiefvater und Stiefsohn ganz anders in Erinnerung: "Positiv, innig, vertrauensvoll", zitieren die Sozialarbeiter gegenüber dem Regierungspräsidium die Dorfhelferin, die auf dem Hof aushalf und welche das Jugendamt mit ausgesucht hat. Die Frau, die so gute Noten für Herrn R. vergab, war seine Cousine (!).

Regelmäßiger Austausch, Helferkonferenzen, enge Kooperation, darin sind sich fast alle Fachleute einig, sind unverzichtbar in einem Kinderschutzverfahren. Im Fall Alessio nimmt das Landratsamt stattdessen nach der Entlassung des Jungen von der Station wochenlang keinen Kontakt zu Uniklinik und Kinderärzten auf. Bei den Bonndorfer Ärzten, so berichten sie selbst, rief Ende September dann ein Jugendamtsmitarbeiter an, um sich über deren Einmischung zu beschweren. Was man seitens des Landratsamts wiederum bestreitet.

Und selbst wenn es kein gemeinsames Auskommen gibt: "Wenn die Einschätzungen der Fachleute so stark voneinander abweichen", sagt der Jurist und einstige Vizepräsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Ludwig Salgo, "dann hätte man zumindest einen unabhängigen Gutachter hinzurufen oder die Sachen beim Familiengericht klären lassen müssen." Aber weder das eine noch das andere wurde getan.

Die ungenügende Zusammenarbeit ist kein Einzelfall: Im Vergleich der südbadischen Jugendämter, darin sind sich das Freiburger Kinderschutzzentrum und die Bonndorfer Kinderärzte einig, ist die Zusammenarbeit mit dem des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald besonders unerfreulich – nicht nur im Fall Alessio.

Für schlechte Kooperationskultur und antiquierte Vorgehensweisen gibt es auch andere Indizien. Weil Kinder- und Jugendarbeit Kommunalsache ist, gibt das Sozialgesetz zwar bundesweit die Richtung vor, die genauen Schritte, die der Meldung einer akuten Kindeswohlgefahr zu folgen haben, regeln die jeweiligen Städte und Landkreise aber mit eigenen Verfahrensstandards.

In einer Untersuchung für den Kommunalverband Jugend und Soziales Baden-Württemberg prüfte die Esslingerin Christine Köckeritz, wie gute Standards auszusehen haben: Einschätzungshilfen in Form von Checklisten müssten vorhanden sein, hält sie fest, Definitionen der wichtigsten Gefährdungskonstellationen seien zu fordern, um Operationalisierungen – Diagramme, die genau festlegen, wer wann was zu tun hat und zu welchem Zeitpunkt Hilfe hinzugerufen werden muss – solle man sich bemühen. Im Verfahrensstandard Breisgau-Hochschwarzwald sucht man all das vergeblich.

Andere Jugendämter machen das Zusammensetzen mit anderen beteiligten Fachleuten in Helferkonferenzen zur Pflicht – im Landratsamt hält man schon die Kontaktaufnahme nur "gegebenenfalls" für nötig. Auch was Arbeitskreise mit Kindergärten, Ärzten, Schulen, Therapeuten angeht, lässt die Arbeit des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald, so ist zu hören, noch Wünsche offen, was aber auch für sehr viele andere Jugendämter gilt.

Wir haben ein geordnetes, allgemein anerkanntes Verfahren zum Kinderschutz, und wir haben es angewandt – versichert Landrätin Dorothea Störr-Ritter. Über beides kann man streiten. Und selbst wenn es so war, steht die Frage im Raum: Warum ist am Ende ein Kind tot, und wer trägt dafür die Verantwortung?

Chronologie der Ereignisse

2011 als der Junge geboren wird, kümmert sich bereits im Auftrag des Jugendamtes eine sozialpädagogische Familienhilfe um die Familie.

Ende Juli 2013 wird der nun Zweijährige erstmals im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Freiburger Universitätsklinik behandelt. Die Ärzte sowie ein Rechtsmediziner haben den Verdacht, dass er körperlich misshandelt worden ist, und melden dies dem Kinderschutzzentrum als "groben Umgang". Das Jugendamt leitet daraufhin ein Kinderschutzverfahren ein; zur Familienhilfe, die fünf Stunden pro Woche vorbeischaut, stößt für acht Stunden am Tag eine Dorfhelferin hinzu.

Ende Juli 2014: Wieder wird der nun Dreijährige in die Freiburger Kinderklinik eingeliefert. Die Klinik erstattet am 31. Juli Anzeige gegen unbekannt. An das Jugendamt des Landkreises geht ein Schreiben hinaus, indem umstandslos erklärt wird: Eine Rückkehr des Kindes in seine Familie sei nicht zu verantworten. Das Landratsamt reagiert nach Standard: Ein erneutes Kinderschutzverfahren kommt in Gang, und am runden Tisch erklären sich Mutter und Stiefvater einverstanden, dass Mutter und Kinder (der Dreijährige und seine jüngere Schwester) vom Stiefvater räumlich getrennt werden.
8. Oktober: An diesem Tag stellt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen den Stiefvater ein – die Beweislage reicht nicht aus, um ihn zu überführen, auch wenn bekannt ist, dass er den Buben hin und wieder schlägt. Zumal ihn die Mutter – sie habe ihn als "liebevollen Vater erlebt" – und zwei weitere Zeuginnen entlasten: Mit seinen Erziehungsmethoden seien sie nicht immer einverstanden, aber gewalttätig hätten sie ihn nicht erlebt.

Die Staatsanwaltschaft weist das Jugendamt ausdrücklich darauf hin, dass sie Handlungsbedarf sieht, um das Kind zu schützen.

Mitte Oktober stimmt das Jugendamt der Rückkehr von Mutter mit den Kindern zum Stiefvater zu, macht aber Auflagen, die Mutter und Stiefvater akzeptieren: Familientherapie, Mutter-Kind-Kur, zu alle 14 Tage stattfindenden Kontrollen durch einen Kinderarzt.

29. Oktober 2014: Die Mutter tritt mit den Kindern eine Kur an.

10. Dezember: Die Mutter meldet sich aus der Kur zurück; sie möchten die für die Familie vereinbarten Hilfen des Jugendamtes fortführen. Die Familie lebt nun wieder unter einem Dach.

Mitte Dezember: Die Mutter muss stationär in einer Klinik aufgenommen werden, ihr Lebensgefährte ist mit der leiblichen, zehn Monate alten Tochter und dem Dreijährigen allein auf seinem Bauernhof. Das Jugendamt ist informiert. Eine Dorfhelferin wird eingesetzt, die für 25 Stunden in der Woche die Familie versorgt.

29. Dezember: Kontrollbesuch des Kinderarztes.

14. Januar: Die Familientherapie beginnt, der Stiefvater nimmt teil.

16. Januar: Der Stiefvater erscheint beim Kinderarzt, das leblose Kind auf dem Arm. Es sei die Treppe hinuntergefallen. Eine Stunde später wird der Dreijährige für tot erklärt.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Altenkirchen: Zwei misshandelte Kinder ohne Schutz - Wer ist verantwortlich?

Trotz der eigenen Einschätzung des Jugendamtes des Kreises Altenkirchen zur aktuellen Gefährdung der Kinder im Haushalt der Mutter, entschied das Jugendamt Altenkirchen am 23. Februar, die beiden zwei- und vierjährigen Jungen (laut mehrerer medizinischen Gutachten: unklare Verletzungen) vorläufig wieder in die Obhut der Kindesmutter zu überführen. Ein Gerichtstermin vom 24. Februar, der per Eilverfahren den Verbleib der Kinder klären sollte, wurde wegen einer Erkrankung des zuständigen Richters auf den 4. März vertagt.

Es ist ein Fall, der das Jugendamt im Kreis Altenkirchen bereits seit März 2012 beschäftigt, denn bereits zu diesem Zeitpunkt kommt es bei Familie Wagner (Name von der Redaktion geändert) zu Vorfällen häuslicher Gewalt, die das Kindeswohl des damals knapp zweijährigen Lukas (Name von der Redaktion geändert) stark gefährden. Was folgt, ist ein Spirale aus Trennung, tätlichen Auseinandersetzungen, sowie einer Verweigerungshaltung sämtlicher Hilfsangebote des Jugendamtes seitens der Kindesmutter, so dass bereits im August 2012 Lukas im Rahmen vorläufiger Schutzmaßnahmen erstmals in die Obhut der Großeltern väterlicherseits gegeben werden muss, auch auf den Konsum von Betäubungsmitteln seitens der Kindesmutter, wird mehrfach hingewiesen.

Zwischenzeitlich wurde im Januar 2013 der zweite Sohn Leon (Name von der Redaktion geändert) geboren, es folgte im Februar 2014 die endgültige Trennung der Eltern, beide Kinder wurden im Zuge einer Überprüfung des Jugendamtes in Obhut der Mutter in einem stark geschwächten Zustand, Lukas mit stark auffälligen Atemgeräuschen und Fieber, aufgefunden und in ein Krankenhaus eingewiesen. Die dort durchgeführten Untersuchungen ergaben bei dem mittlerweile dreieinhalbjährigen Lukas eine Lungenentzündung. Trotzdem wurden die Kinder in der Folge wieder in die Obhut der Mutter entlassen. Bereits Ende Juni 2014 erreichte das Jugendamt abermals ein Hinweis, dass die erneut schwangere Kindesmutter Betäubungsmittel konsumiere, eine Kontaktaufnahme zum Kindergarten ergab, dass Lukas “häufig im Kindergarten fehle und Verletzungen unklarer Genese aufweise“.

Daraufhin wurden Lukas und Leon abermals in ein Krankenhaus eingewiesen, welches beiden Kindern einen “mäßigen Pflegezustand“ (ärztliche Berichte liegen dem AK-Kurier vor) und bei Lukas Verletzungen im Hals und Gesichtsbereich “unklarer Herkunft“ attestierte. Leon litt an einer ausgeprägten Neurodermitis, die seitens der Kindesmutter nicht oder nur unzureichend behandelt wurde. Erneut werden beide Kinder in die Obhut der Kindesmutter entlassen. Im September 2014 klettert eines der Kinder auf das Balkongeländer, welches sich in drei bis vier Metern Höhe befindet, ein Nachbar informiert das Jugendamt. Weder die Kindesmutter, noch ihr Lebensgefährte sind zu diesem Zeitpunkt zu Hause, die Kinder sind allein in der Wohnung.

Als im Januar diesen Jahres den Erzieherinnen des Kindergartens bei Lukas abermals ausgeprägte Hämatome im Gesichtsbereich, als auch eine Verletzung im Genitalbereich auffallen und der Junge davon spricht, Markus (Lebensgefährte der Mutter, Name von der Redaktion geändert), hätte ihm den “Pipimann langgezogen“, werden die Kinder seitens des Jugendamtes erneut in ein Krankenhaus überwiesen. Bei der Inobhutnahme fällt auf, das Leons Kinderzimmer augenscheinlich eine Abstellkammer ist und die Matratze von Lukas Kinderbett mit Urin getränkt ist. Die erneuten Untersuchungen bescheinigen bei Leon eine ausgeprägte Neurodermitis und einen reduzierten Pflegezustand, während bei dem vierjährigen Lukas mehrere Hämatome und Schürfwunden, auch im Bereich des Pubes (Schambereich) "eine grobe Manipulation nicht ausschließen".

Nach dem Krankenhaus-Aufenthalt entscheidet das Jugendamt, die Kinder abermals der Obhut der Großeltern väterlicherseits zu übereignen. In seiner Einschätzung spricht das Jugendamt von “massiven Defiziten in der Elternverantwortung und dem Erziehungsverhalten der Kindesmutter“. Weiter führt es aus, dass "es eine massive Bagatellisierung und Verschleierung der als äußerst kritisch zu bewertenden Gesamtumstände" gibt und auf Grund der bisherigen Familiengeschichte eine weitere Eskalation mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten ist. Auch der Bericht der untersuchenden Ärzte sagt aus, dass “eine häusliche Unterbringung nicht empfohlen wird“.

Für den 24. Februar wird am Familiengericht ein Eilverfahren anberaumt, in dem über den weiteren Verbleib der Kinder entschieden werden soll, bis zu diesem Zeitpunkt sollen die Kinder in der Obhut der Großeltern verbleiben. Einen Tag vorher wird das Verfahren jedoch verschoben, da der zuständige Richter erkrankt ist, ein neuer Termin wird erst für den 4. März festgelegt.

Auf Grund der Verschiebung des Termins und der Tatsache, dass die Großeltern ihre Bereitschaft zur Pflege nur bis zum Gerichtstermin signalisiert hatten, meldet sich das Jugendamt des Kreises am 23. Februar bei den Großeltern und verlangt von ihnen die Herausgabe der Kinder an die Kindesmutter noch am selben Tag, mit der Begründung, dass “sie sich nicht mehr kümmern könnten“.

Die Großeltern hatten zwar ihre Bereitschaft zur Pflege lediglich bis zum Gerichtstermin zugesagt, da die Großmutter schwer krank ist und einige Untersuchungen anstehen, jedoch wurde im Vorfeld bereits vom Kindesvater die deutliche Bereitschaft signalisiert, die Kinder bis zur Klärung in seine und die Obhut der neuen Lebensgefährtin zu nehmen. Auch eine Besichtigung der Räumlichkeiten wurde angeboten, Urlaub wurde eingereicht.

Dennoch wurde seitens des Jugendamtes die Herausgabe der Kinder an die Kindesmutter noch am selben Tag verlangt – gegen die eigene Einschätzung, die wenige Wochen zuvor “mit großer Wahrscheinlichkeit eine weitere andauernde Gefährdung der Kinder im Haushalt der Mutter“ attestierte. Diese erschien dann auch am Haus der Großeltern, ein Vertreter des Jugendamtes war bei der Übergabe nicht anwesend. Schließlich mussten Lukas und Leon durch die Polizei in die Obhut der Kindesmutter überführt werden.

Zu einer Stellungnahme zu der Frage, warum Lukas und Leon vorläufig wieder in die Obhut der Mutter übergeben wurden, obwohl nach eigener Einschätzung des Jugendamtes “eine gegenwärtige und in solchem Maße vorhandene Gefahr für das körperliche, geistige und seelische Wohl der Kinder besteht, dass ohne Eingriff in das Elternrecht sich eine Schädigung der Kinder mit ziemlicher Sicherheit voraussagen lässt“ (Antragsschrift des Jugendamtes, liegt dem AK-Kurier vor), war die Kreisverwaltung Altenkirchen nicht bereit. Die Pressestelle verwies auf laufende Verfahren und das Datenschutzrecht. (Eva Klein)

Anmerkung der Redaktion:
Wir haben als Redaktionsteam bewusst um eine Identifizierung nicht zu ermöglichen auf Ortsangaben verzichtet. Auch wurden falsche Namen vergeben um das Recht der Kinder zu schützen. Auch nennen wir nicht die Namen der Sachbearbeiter der Kreisverwaltung, aber wir kennen sie. Aber und gerade trotz einiger Blockadehaltungen sind wir nicht bereit auf die Veröffentlichung zu verzichten. Es geht um zwei kleine Kinder. Wer hier als Schutz-Institution versagt hat, wird jetzt womöglich geklärt. Hoffentlich zum Wohle der beiden Jungen. Helga Wienand-Schmidt


Diesen Kommentar bekam ich neben dem Artikel von einem Insider zugesendet: 
 
"Immer wieder Altenkirchen! Dieses Jugendamt ist über die Kreisgrenzen dafür bekannt, dass es mit seinen Handlangern den Familien genauestens die Küchenschränke inspiziert und regelrecht in die Kühlschränke kriecht. Ist dort alles sauber, ist auch sonst alles in Ordnung."

Dienstag, 24. Februar 2015

Erst Inobhutnahme und dann mit den Kindern Kasse machen....

http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Mit-Kindern-Kasse-m/Das-Erste/Video?documentId=26694946&bcastId=799280

Jeden Tag werden im Durchschnitt 100 Kinder und Jugendliche aus ihren Familien genommen und in Einrichtungen untergebracht. Eine der sensibelsten Aufgaben des Staates - die Betreuung in diesen Notfällen - ist nahezu komplett privatisiert.

http://www.ardmediathek.de/radio/Studio-9-Deutschlandradio-Kultur/Jugendhilfe-als-Gesch%C3%A4ft-Interview/Deutschlandradio-Kultur/Audio-Podcast?documentId=26687848&bcastId=22051212 

Bremen: Baby Christian - kein Sorgerecht für den Vater?

Im Streit um das Sorgerecht für ein Kind aus dem Landkreis Cuxhaven haben heute mehrere Menschen in Bremen demonstriert. Sie zogen mit Plakaten durch die Innenstadt. Hintergrund ist eine Behördenentscheidung. Nach dieser wurde dem jungen, erziehungswilligen Vater das Kind entzogen.

Sommer 2014. Ein unverheiratetes Paar aus Bremen, beide um die 30 Jahre alt, bekommt ein Kind. Die Mutter leidet an einer Depression, ist aber damit einverstanden, dass der Junge bei Vater und Großeltern in Cuxhaven aufwächst. Sie besucht das Kind auch regelmäßig. Kurze Zeit später fordert sie jedoch ihr Sorgerecht ein. Gemeinsam mit der Polizei holt das Bremer Jugendamt das Baby in Cuxhaven ab.

Kind wurde der kranken Mutter entzogen

Anschließend fällt das Sorgerecht allerdings dem Jugendamt zu. Weil die Mutter zu krank ist, kommt es in eine Pflegefamilie. Dagegen hat die Familie des Vaters am Montag in der Bremer Innenstadt demonstriert. Einer der Aktivisten ist Reinhard Rother. Er findet es "ungeheuerlich, ein Kind wie ein Möbelstück zu behandeln". Das Baby sei erst in ein Heim, dann mit der offenbar labilen Mutter in eine Wohneinrichtung und schließlich zu einer Pflegefamilie gekommen. Dabei wolle der leibliche Vater das Kind betreuen. "Was hier in Bremen geschieht, ist mir in ganz Cuxhaven noch nie untergekommen. Dass man wirklich verstößt gegen elementare Grundrechte", so Rother zu Radio Bremen.

Auch Eltern des Vaters wollen Sorgerecht zurückholen

"Gebt Christian frei" steht auf einem Plakat, "Christian braucht seine leibliche Familie" auf einem anderen. Kirsten Knipp hält es hoch. Sie sagt: "Der Vater von Christian ist mein Patenkind. Und der hat sich nie was zu Schulden kommen lassen. Also, der hat sich so auf sein Kind gefreut." Auch Sabine und Rüdiger Orlowski verstehen die Welt nicht mehr. Die beiden pensionierten Lehrer aus Cuxhaven sind nach Bremen vor das Jugendamt und den Sitz von Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) gezogen. Sie fordern ebenfalls, dass ihr Sohn das Sorgerecht für den kleinen Christian bekommt.

Sozialsenatorin verweist auf das Kindeswohl

Bernd Schneider, Sprecher der Sozialsenatorin kennt den Fall. Er könne nicht auf Einzelheiten eingehen, sagt aber: "Das Jugendamt nimmt nicht Kinder weg. Die zentrale Aufgabe des Jugendamtes und zwar im Sozialgesetzbuch verankert, ist, das Kindeswohl zu sichern und zu schützen. Hinter dem Kindeswohl tritt alles andere zurück. Also auch die Interessen der Eltern, auch die Interessen der Großeltern." Pflegefamilie oder Vater - das Bremer Familiengericht soll nun entscheiden, wie es weitergeht.   


Stendal: Stiefmutter nach Tod der 18 Monate alten Emily in Haft - unter den Augen des Jugendamtes

Nach dem Tod der eineinhalbjährigen Emily aus Bismark in der Altmark sitzt die 20 Jahre alte Stiefmutter in Haft. Das Amtsgericht Stendal habe einen Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge erlassen, teilte die Staatsanwaltschaft in Stendal am Donnerstag mit.

 Der Obduktion zufolge starb das Kleinkind durch massive stumpfe Gewalt gegen den Kopf. Einzelheiten wollte die Staatsanwaltschaft nicht nennen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

Emily war nach Ermittlungen der Polizei am 2. Februar schwer misshandelt worden. Die 20-jährige Tatverdächtige soll dann selbst einen Notarzt verständigt haben. Mit schweren inneren Verletzungen war das Kind zunächst in ein Krankenhaus in Stendal gebracht worden. Dort schalteten die Ärzte die Polizei ein. Später wurde es in die Uniklinik Magdeburg verlegt, wo es starb.

Am Tattag soll die 20-Jährige mit dem Mädchen allein in der Wohnung des Vaters gewesen sein. Die Familie hatte nach Angaben des Kreises sozialpädagogische Hilfe bekommen. Betreuer des Jugendamtes seien an zwei Tagen in der Woche dort gewesen.

Nach dem Tod des Kindes hatten Trauernde am Wohnhaus des Mädchens in Bismark Kerzen, Blumen und ein Foto des schwer misshandelten Kindes abgelegt. Die 20-jährige Tatverdächtige kam laut Staatsanwaltschaft jetzt in eine Untersuchungshaftanstalt.

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http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/mutmassliche-kindesmisshandlung-in-bismark-nach-dem-tod-von-emily-sind-noch-viele-fragen-offen-,20641266,29776976.html