Donnerstag, 18. September 2014

Essen: Mutter soll vom Missbrauch an Madeleine W. gewusst haben

Die Mutter der im Schrebergarten ihres Stiefvaters gestorbenen Madeleine W . (23) soll doch schon zu Lebenszeiten ihrer Tochter vom jahrelangen sexuellen Missbrauch gewusst haben. Eine Mitarbeiterin des Essener Jugendamtes berichtete am Dienstag im Mordprozess vor dem Landgericht Essen, dass Madeleine ihr davon erzählt hätte.

PROZESS

Nach über einem halben Jahr Schweigen bricht der Essener Günther O. am Dienstag sein Schweigen. Er gibt zu, den Tod seiner Stieftochter Madeleine verursacht zu haben und sie anschließend bei lebendigem Leibe in seinem Schrebergarten vergraben zu haben.

Thema sind die letzten Monate im Leben der jungen Frau, die am 1. August 2012 aus ihrem Elternhaus in Essen-Borbeck geflüchtet war. Nicht einmal Kleidung hatte sie mitgenommen, als sie im Jugendamt auftauchte. Nur ihre elf Monate alte Tochter, gezeugt von Stiefvater und Opa Günther O. , hatte sie dabei. Sie werde zuhause eingesperrt, sagte sie und bat um Hilfe.

Madleine W. hatte Angst und Panik vor dem Stiefvater

Die Anklageschrift zum Schrebergartenmord von Essen liest sich wie ein Protokoll des Schreckens. Der Stiefvater zeugte ein Kind mit ihr, verfolgte sie nach einer Anzeige. Und ihr Stiefbruder half ihm. Madeleine glaubte, mit ihm zu chatten. Doch am anderen Ende saß der Vergewaltiger.

Angst und Panik, so erinnert sich die Mitarbeiterin des Jugendamtes, löste vor allem ihr Stiefvater aus. Seit vier Prozesstagen sitzt er gemeinsam mit seinem Sohn Daniel O.(21) auf der Anklagebank. Dem 47-Jährigen wirft die Staatsanwaltschaft vor, seine Tochter seit ihrem 14. Lebensjahr sexuell missbraucht und am 11. Februar 2014 in seinem Schrebergarten in Dellwig ermordet zu haben. Erst am 18. Februar fand die Polizei dort ihre Leiche, begraben unter Beton und Erde.

Der Stiefvater hätte während der langen Flucht von Madeleine W. auch intensiv nach ihr geforscht und beim Jugendamt vergeblich versucht, ihren Wohnort zu erfahren. Besonders perfide: Durch eine arglose Freundin bekam Madeleine W. die – tatsächlich fingierte – Todesanzeige von Günther O. übermittelt. Sofort hätte sie den Kontakt zu ihrer Mutter wieder aufnehmen wollen. Doch das Jugendamt konnte sie davon abhalten: Denn nur eine Stunde zuvor hatte Günther O. wieder einmal beim Jugendamt angerufen.

Der Halbbruder brachte Madeleine W. zum Stiefvater

Madeleines Halbbruder sieht sich als Lockvogel missbraucht

Im Mordprozess um die einbetonierte Leiche seiner Halbschwester Madeleine W. (23) lehnt der Angeklagte Daniel O. jede Verantwortung für ihren Tod ab: „Die Wahrheit ist, dass ich die Tat nicht begangen habe.“ Er sei „entsetzt“, dass sein mitangeklagter Vater Günther O. ihm eine Beteiligung...

Gewarnt wurde sie auch, Kontakt zu ihrem Halbbruder aufzunehmen. Doch da hörte Madeleine W. nicht auf die Behörden. Daniel O., wegen Beihilfe zum Mord mitangeklagt, war es, der sie ihrem Stiefvater auslieferte.

Als naiv, lebenslustig und unerfahren schildern die Zeugen die junge Frau. Mit Hilfe der Behörden sei sie auf einem guten Weg gewesen, habe eine Ausbildung beginnen wollen und in Gelsenkirchen eine eigene Wohnung bezogen. Von ihrer Mutter sei sie enttäuscht gewesen. Ihr habe sie nämlich vom jahrelangen sexuellen Missbrauch durch den Stiefvater erzählt, diese hätte ihr aber nicht geglaubt. Vor Gericht hatte die 45 Jahre alte Mutter dagegen gesagt, sie hätte davon gar nichts gewusst.


http://www.derwesten.de/staedte/essen/mutter-soll-vom-missbrauch-an-madeleine-w-gewusst-haben-id9832482.html#plx288779548

Berlin: Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will Roma-Familien ihre Kinder wegnehmen

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg setzt die Roma-Familien am Görlitzer Park und auf der Cuvrybrache unter Druck: Mitarbeiter des Jugendamts überreichten den Familien Anfang der Woche einen Brief, in dem sie aufgefordert werden, zumindest für ihre Kinder eine Unterkunft zu suchen. Diese seien durch das Leben im Freien in Gefahr. „Wir werden in wenigen Tagen wiederkommen. Sollten Sie dann immer noch mit Ihren Kindern hier leben und übernachten, werden wir Ihre Kinder in Obhut nehmen“, heißt es in dem Schreiben, das der taz vorliegt.

„Die Familien sind völlig verängstigt“, berichtet Anna Schmitt von der Hilfsorganisation Amaro Foro. Über zehn Familien hätten den Jugendamtsbrief erhalten. Darunter seien auch welche, die vor Gericht um eine Unterkunft für sich kämpfen.
Letztes Mittel


Das Jugendamt ist laut Sozialgesetzbuch dazu verpflichtet, ein Kind in seine Obhut zu nehmen, „wenn eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes“ das erfordert. Allerdings kann die gewaltsame Trennung von den Eltern für die Kinder auch traumatisierend sein und wird normalerweise nur als letztes Mittel angewandt. „Die Obdachlosigkeit muss beseitigt werden, aber für die ganze Familie“, fordert die Amaro-Foro-Vertreterin Schmitt. Eine Inobhutnahme bezeichnet sie als „völlig unverhältnismäßig“.


Monika Herrmann (Grüne), Bezirksbürgermeisterin in Friedrichshain-Kreuzberg und zudem zuständig für die Abteilung Familie, verteidigt das Jugendamt. „Die Lage ist so extrem geworden, dass wir handeln mussten“, sagt sie. Anzeigen wegen Kindeswohlgefährdung, Meldungen von Polizei und Ordnungsamt und Beschwerden von Anwohnern hätten zugenommen. Herrmann sagt, der Bezirk schicke seit Jahren Familienhelfer und Sozialarbeiter, die den Roma Unterstützung etwa beim Gang zum Jobcenter anböten. „Die Eltern müssen sich bewegen. Wenn sich nichts ändert, ist das für die Kinder das Schlechteste.“


Der Bezirk ist nicht nur gesetzlich verpflichtet, auf das Kindeswohl zu achten. Er muss für Obdachlose wie die Roma auch Unterkünfte stellen. In dem Brief des Jugendamts heißt es jedoch: „Wir wissen, dass Sie für sich und Ihre Kinder dringend eine Wohnung brauchen. Aber wir können keine Wohnung für Sie beschaffen.“ Herrmann erklärt, Friedrichshain-Kreuzberg verfüge schlicht nicht über mehr Unterkünfte. Sie räumt ein: „In erster Linie haben wir ein Wohnungsproblem.“ Deshalb habe sie mehrere Senatoren per Brief um Unterstützung gebeten, bislang habe keiner geantwortet.


Die Integrationsbeauftragte des Senats, Monika Lüke, sieht in dem Vorgehen des Bezirks vor allem einen Beweis seiner Hilflosigkeit. Es sei nicht richtig, Eltern die Kinder wegzunehmen, sagt sie: „Man sollte für die ganze Familie eine Lösung finden.“ Wenn es in Friedrichshain-Kreuzberg keine Unterkünfte gebe, müsse man da etwas tun. Lüke verweist auf andere Bezirke: „Die mieten Hostels an.“


Amaro Foro bittet das Jugendamt nun um mehr Zeit, um für die betroffenen Familien doch noch eine Unterbringung zu organisieren – und sei es im Garten eine Kirche. Monika Herrmann sagt: „Wenn Amaro Foro Möglichkeiten findet, umso besser.“

Mittwoch, 17. September 2014

Wenn Gerichtsgutachten Familien zerstören : Mut gegen Macht

Dieser Film macht den Auftakt der neuen fünfteilige Doku-Reihe "Mut gegen Macht".

Gutachter an Familiengerichten können über die Zukunft ganzer Familien entscheiden – über die Frage, ob ein Kind beim Vater oder der Mutter lebt, wie oft ein Elternteil es sehen darf oder ob es sogar in einem Heim leben muss.


Montag, 13. Oktober 201420.15 - 21.00 Uhr

Der Film "Wenn Gerichtsgutachten Familien zerstören" erzählt von Fällen, bei denen Gutachten nachgewiesenermaßen gravierende Mängel aufweisen, die zu hanebüchenen Urteilen führen und ganze Familien zerstören. Nur mit Mut und Durchhaltewillen können Eltern dagegen vorgehen, denn die Gutachter haben vor Gericht viel Macht.

Doch ob sie überhaupt für diese wichtige Aufgabe qualifiziert sind, ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Auch kontrolliert werden die Gutachter von niemandem. Der Film geht dramatischen Fällen nach, erzählt die Leidensgeschichten betroffener Eltern und Kinder und zeigen, dass unser Justizsystem hier dringenden Reformbedarf hat.

Ein Film von Justine Rosenkranz und Jan Schmitt
Redaktion: Petra Nagel

Sonntag, 14. September 2014

Begleiteter Umgang und seine Folgen auf ein 3-jähriges Kind - bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte das Jugendamt oder das Familiengericht!

Sehr geehrte Frau K.,

da ich am 09.05.2006 nicht am Hilfeplangespräch teilnehmen kann, weil Leonie an diesem Tag musikalische Früherziehung hat und sie abends pünktlich im Bett sein muss, werde ich auf diesem Weg meine Meinung kundtun.

Gemäß § 1684 BGB hat Leonie ein Recht auf Umgang mit ihrer Mutter. Das bedeutet aber auch, dass sie nicht zum Umgang verpflichtet ist. Gemäß § 37 SGB VIII (KJHG) sollen „Pflegeeltern und Herkunftseltern zum Wohl des Kindes zusammenarbeiten“. Hat ein Kind, so wie Leonie, seinen Lebensmittelpunkt in der Pflegefamilie gefunden (siehe Beschluss vom 10.02.2006), ist die Ausgestaltung der Besuchskontakte abhängig von den Möglichkeiten in der Pflegefamilie. Besuche sollten am Anfang „auf neutralem Boden“, in einem geschützten Rahmen, stattfinden, den Bedürfnissen des Kindes und den Möglichkeiten der Pflegefamilie und der Herkunftseltern entsprechend. Und zwar in dieser Reihenfolge. Bei Kindern in Leonies Alter ist der Umgang den Bedürfnissen des Kindes anzupassen. (Kita, Krankheit, Feste etc.). Das Kind sollte gerade zu Beginn der Familienpflege immer von den Pflegeeltern begleitet werden. Es gibt keine Rechtsvorschrift die dies verbietet. Dazu kommt das selbst im Kindergarten eine Eingewöhnungszeit in meinem Beisein angeboten wird und ich sie nicht einfach stehen lassen muss. Was die Unzumutbarkeit für die KM angeht, so ist es ja wohl so, das wir sie auch ertragen müssen und egal wie der Richterspruch lautet wird sie auch noch den nächsten Jahren mit uns zu tun haben. Auch dürfen Kinder zu Besuchen nie gezwungen werden. Haben Pflegekinder Angst vor Besuchskontakten, sollten diese so lange ausgesetzt werden, bis die Kinder wieder zu Besuchen bereit sind. Wobei ich hier noch einmal betonen möchte, Leonie will mit ihrer Mutter spielen und sie soll es auch, aber zu Bedingungen die es Leonie leichter machen mit der geänderten Situation klarzukommen. Es ist für Leonie bis heute nicht nachzuvollziehen, warum ihr Opa oder ihre Oma nicht dabei sein können wenn sie auf ihre Mutter trifft. Bislang hat sie immer nur mit uns darüber gesprochen. Dann traut sie sich endlich selbst zu sagen, dass sie möchte das der Opa dabei ist und wird nicht einmal für würdig befunden das sie eine kindgerechte Antwort darauf erhält. So das sich bei Leonie der Eindruck verstärkt hat, Oma und Opa haben sowieso nichts zu sagen, ich muss machen was meine Mutter sagt. Diesen Eindruck hatte sie auch schon vorher. Aussage von Leonie: „Opa soll mitkommen zum spielen. Aber Mama will nicht, das Opa mitkommt.“ 
Die Atteste von Leonie sind noch nie beachtet worden, obwohl ihre Krankheiten nachgewiesen wurden. Den Phantasiekrankheiten der Mutter wird Beachtung geschenkt, der tatsächlichen Erkrankung Borderline aber nicht. Im Übrigen wird gegen den Arzt wegen Verletzung der Berufspflichten von Seiten der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung ermittelt. Die Ärztekammer hat uns geraten einen Rechtsanwalt einzuschalten und Anzeige wegen Beihilfe zum Prozessbetrug zu erheben.

Leonie ist nach jeden betreuten Umgang im wahrsten Sinne des Wortes fix und fertig. Sie schläft bereits auf  der Rückfahrt  ein. Wird beim Nachhausekommen aus dem Auto gehoben und gefüttert, weil sie sonst nichts essen würde vor Erschöpfung. Liegt sie dann im Bett, schläft sie sofort weiter. Nach ca. 2 Stunden wacht sie schreiend auf, setzt sich dann noch schlaftrunken in eine Ecke des Bettes wie ein Hase in der Hocke und wimmert. Dazu kommt das sie dann, wenn ich nicht schnell genug bin in den Schlüpfer ihr großes Geschäft macht (in der Regel Durchfall). Sie wird dann sehr vorsichtig richtig wach gemacht, aus dem Bett genommen, sauber gemacht und neu angezogen. In der Regel wird das durch Sätze von Leonie begleitet wie, „Oma warum hilfst Du mir nicht“ oder „Oma, du sollst mich doch beschützen. Warum beschützt Du mich nicht.“ Kann sich irgendwer von Ihnen vorstellen wie groß die psychische Belastung da ist ? Dazu kommt das Leonie das Haus nicht mehr verlassen will. Sollten Sie jetzt denken, das ich mir das ausdenke lade ich jeden gern zu uns ein, sich das Drama vor Ort anzuschauen.

Den vorhersehbaren Einwand der Kindsmutter, das liegt daran weil Leonie zu ihrer Mutter will, kann ich auch entkräften. Leonie wird stabiler wenn sie ihre Mutter längere Zeit nicht sieht. Nach dem Vorfall am 19.11.2005 hat Leonie ca. 6 Wochen gebraucht um sich wenigstens tags über wieder „normal“ zu verhalten. Sie hat nicht mehr stundenlang in der Ecke hinter ihrem Bett gesessen, sie ist nicht mehr bei jedem Klingeln weggelaufen, sie hat das Haus wieder verlassen und sie hat sich, wenn auch wenig, auch ohne mich im Haus bewegt. Die Einschlafzeit war von ca. 4 Std. auf 2 Std. reduziert und die Durchschlafstörungen traten nicht mehr jede Nacht auf. Dann kommt die VP Boldt und alle Bemühungen sind dahin. Leonie wird in den Mund gelegt das sie doch lieber bei der Mutter wohnen will. Leonie kannte zu diesem Zeitpunkt das Wort „wohnen“ nicht. Als die VP weg ist, kommt Leonie zu mir und fragt mich „Was ist denn wohnen?“. Darauf erkläre ich es ihr und Leonie sagt „Aber ich will doch bei Euch bleiben“ und weint.  In der Nacht vor der Anhörung ist Leonie mit Schuhen schlafen gegangen. Auf meinen Einwand hin, das das nicht geht fing Leonie an zu schreien. Ihre Begründung war, wenn Mama kommt muss sie weglaufen und ohne Schuhe geht das nicht. Sie hatte Angst, weil sie wusste das wir den Termin bei Gericht hatten und durch die VP ja aufgeklärt wurde worum es genau geht. Außerdem wird sie unsere Nervosität gespürt haben. Dies habe ich am Tag der Anhörung der VP erzählt. Ihre lapidare Antwort „Da hat sie jetzt Pech, da muss sie durch“. Dann kam der katastrophale 24.02.2006. Nach diesem ersten Zusammentreffen mit ihrer Mutter hat Leonie 16 Std. durchgeschlafen. Sie hat nicht gegessen, war aggressiv und total ängstlich. Dieses Verhalten hat ca. 4 Wochen angehalten. Von diesem Zeitpunkt an hat Leonie bis zu unserem Urlaub Ostern 2006 keine Nacht mehr durchgeschlafen. Sie wachte gegen Mitternacht auf, schrie und strampelte. In manchen Nächten war das so schlimm, das unsere Nachbarn das sogar gehört haben und uns am nächsten Tag darauf angesprochen haben. Wenn sie gar nicht zu beruhigen war, habe ich sie in ihre Decke gewickelt, mit in mein Bett genommen und sie ist dann in meinem Arm eingeschlafen und hat den Rest der Nacht so durchgeschlafen. In anderen Nächten habe ich meine Matratze genommen und bin in ihr Zimmer gezogen, damit sie wenn sie aufwacht mich auch sofort sieht und wieder einschläft. Mein Mann ist zu diesem Zeitpunkt aus unserem gemeinsamen Schlafzimmer ausgezogen, weil er morgens zur Arbeit muss und daher auch Schlaf braucht. Im Gegensatz zur Kindsmutter zahlen wir unsere Rechnungen nämlich selbst.

Auch nach dem Umgang mit ihrer Mutter am 01.04.2006 und 14.04.2006 hat Leonie wie oben beschrieben reagiert. Zum Geburtstag von Leonie haben Freunde von uns zusammengelegt und uns die Unterkunft für einen Urlaub bezahlt, weil sie alle der Meinung waren wir brauchen dringend Erholung. Bereits auf der Fahrt dorthin wurde Leonie zusehends gelöster und nach einer Nacht schreien hatten wir bis zum 4.5.2006 ruhige Nächte. Auch ihr aggressives Verhalten hatte sie abgelegt. Am Abend vor dem betreuten Umgang habe ich sie wie immer darauf vorbereitet. Leonies Antwort darauf war „Der Opa soll aber mitkommen“. Daraufhin habe ich ihr gesagt, das wir das allein nicht bestimmen können, sie aber gern Taras fragen kann. Die Antwort wurde oben bereits beschrieben. Als Leonie nach Hause kam, das gleiche Trauerspiel wie immer. Zusätzlich hat sie sich bis abends nicht von mir getrennt. (sie wurde getragen bzw. hing an meinem Bein) Auch im Kindergarten ist aufgefallen, das Leonie sich strikt weigert zu malen. Das ist allerdings auch kein Wunder, muss sie dies doch bei jedem Umgang mit ihrer Mutter tun. Auch das sie nach unserem Urlaub wesentlich besser drauf ist, wurde mir gesagt. Das wird sich wohl ab Montag wieder ändern. Die Musiktherapeutin und auch die anwesenden Eltern sind in der Musikschule immer sehr erstaunt darüber, das Leonie sich nicht von mir trennt und sich nicht mal 2 Schritte von mir entfernt ohne den Satz „Oma komm mit, ich verlier dich sonst.“

Die gesetzliche Vermutung des § 1626 Abs. 3 BGB, dass der Umgang des Kindes mit seinen Eltern seinem Wohl dient, kann für Pflegekinder nicht vorbehaltlos angenommen werden. Diese Norm zielt in erster Linie auf Scheidungskinder und nicht auf Pflegekinder. Ohne Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen des Kindes und der darauf bauenden Perspektivklärung für das Kind sollte nicht über den Umgang des Kindes mit seinen Eltern gesprochen werden. Die Erfahrungen die Leonie mit ihrer Mutter bisher gemacht hat waren jedenfalls nicht positiv. Durch die Charite wissen wir, das die in 2003 festgestellten Auffälligkeiten durch die Kinderärztin die zur Meldung an den sozialpädagogischen Dienst führten, wie Grind hinter den Ohren, Blasen auf dem Bauch, eitrige Entzündung der Halsfalten, Apathie, geringer Muskeltonus, Verkrampfung, zu klein und zu wenig Gewicht nicht auf die Galactosämie zurückzuführen sind, entgegen der Behauptung der Mutter. Auch hat sich ihre Mutter in den letzten Jahren nicht um ihre Tochter gekümmert und zwar in keinem Bereich. Im Gegenteil, zumindest zeitweise hat sie selbst bei ihren Besuchen bei uns Leonie nicht einmal beachtet.

Trotzdem kommt die VP nach 1 ½ Std. zu dem Schluss, das Leonie eine innige Beziehung zu ihrer Mutter hat und sehr feinfühlig ist. Das ist um so mehr erstaunlich, als der von Leonie so intensiv begutachtete Delphin zum Landratsamt ins Spielzimmer gehört. Mit diesem hat Leonie nämlich mit ihrem Großvater schon vor Ankunft der VP und der Kindsmutter gespielt. Nach der Logik der VP hat Leonie also eine innige Beziehung zum Jugendamt Oberhavel. Noch inniger muss die Beziehung zum Gutachter Herrn Waschke-Peter sein. Diesem hat Leonie nämlich einen Gutenachtkuß gegeben. Ist das nun ihr Vater ? Aber alles zumutbar für Leonie.

Leonie selbst hat insgesamt  3 Jahre gebraucht, um sich von den Folgen der Betreuung durch ihre Mutter zu erholen. Erst beim Charitebesuch am 11.04.2006 konnte von seiten der Ärztin festgestellt werden, das nun der Muskeltonus altersentsprechend ist und sie sehr kräftig ist. Das erlaubt ihr nun auch allein Dreirad zu fahren.
Daher ist es für mich auch nicht nachzuvollziehen, warum die Vorstellungen von Leonie zum Umgang mit ihrer Mutter keine Beachtung finden. Im Übrigen hat sich die oft zu hörende Empfehlung „Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen“ weder bei Scheidungskindern noch bei Pflegekindern bewährt. Im Gegenteil: Das Außer-Acht-Lassen erkennbarer Ängste von Kindern oder von der betreuenden Person und der in Akten dokumentierten akuten Gefahren durch Gericht und/oder Behörden beim angeordneten oder betreuten Umgang endeten bereits für Kinder tödlich. Ihnen sollte der Fall des Vaters der in Schwerin seinen Sohn während des betreuten Umgangs tötete doch bekannt sein. Deshalb ist es für mich auch unverständlich wieso uns auferlegt wurde, Leonie 5 Minuten vor der Mutter zu bringen und dann den Raum zu verlassen. Unsere Verantwortung endet erst mit der Übergabe von Leonie an die Mutter, weil diese dann die Verantwortung für die Zeit des betreuten Umgangs übernehmen muss. Passiert Leonie in diesen 5 Minuten etwas, werden wir u.U. wegen Verletzung der Aufsichtspflicht herangezogen. Gerade einem Freund von uns passiert, beim Umgang mit einer alkoholabhängigen Mutter.

Minderjährige Kinder wie Leonie stehen verfassungsrechtlich nicht in einem Pflicht-Recht-Verhältnis zu ihren Eltern wie umgekehrt die Eltern (Art 6 Abs. 2 GG) ihren minderjährigen Kindern gegenüber. Das verfassungsrechtlich verbürgte Recht von Leonie auf ihre Menschenwürde (Art 1 Abs. 1 GG) und ihr Recht auf Entwicklung zu einer selbstbestimmten Persönlichkeit aus Art. 2 Abs. 1 GG berechtigen sie auch zu einer ablehnenden Haltung. Wobei Leonie den Umgang nicht ablehnt, sondern ihn so nicht will. Die Beachtung des Kindeswillens in einem solchen Fall dient zugleich auch dem Wohl des Kindes.

Auch scheint die Kindsmutter noch nie etwas von § 1684 Abs. 2 BGB gehört zu haben. Die sogenannte Wohlverhaltensklausel verpflichtet sie genau wie uns zu loyalem Verhalten uns bzw. ihr gegenüber. Entgegen der Meinung der VP wird Leonie von uns weder beeinflusst, noch manipuliert oder irritiert. Es finden im Beisein von Leonie keinerlei Gespräche in diesem Zusammenhang statt. Es wird alles über das Büro meines Mannes abgewickelt oder während Leonie Mittagsschlaf hält. Die von uns jedoch offensichtlich erwartete So-tun-alsob-Haltung ist aus meiner Sicht falsch. Doppelmoral (das Verleugnen von Tatsachen) und Unehrlichkeit liegt mir nun mal nicht und hat sich auch bei Leonie noch nie bewährt. Solange sie bei uns ist, waren wir immer ehrlich zu ihr und das werden wir auch weiter sein. Wenn sie ein Gespräch braucht oder Fragen hat, werden diese von uns altersentsprechend und wahrheitsgemäß beantwortet, ohne die Kindsmutter schlecht zu machen. Da die Kindsmutter eine psychologische Begleitung Leonies ablehnt, habe ich ein Seminar besucht in dem der Umgang mit psychisch stark belasteten Kindern vermittelt wird. Außerdem würde Leonie sehr schnell merken, wenn ich ihr etwas vormache und ich möchte das Vertrauen meiner Enkeltochter nicht verlieren. Bei der Kindsmutter jedoch kann von loyalem Verhalten kaum die Rede sein. Wenn auch nicht sehr phantasievoll, werden hier nicht nur ständig Lügen, falsche Beschuldigungen und Verleumdungen über uns verbreitet, sondern auch alle gängigen Klischees bedient. Aber wie schreibt die Anwältin der KM, sie will damit ja nur den betreuten Umgang nicht gefährden !!!!

Auch wird Leonie, obwohl uns von der Kindsmutter vorgeworfen, seit Beginn des betreuten Umgangs mit Geschenken überhäuft. Auch wenn Leonie diese nicht beachtet und sich dadurch auch nicht beeinflussen lässt, stört es trotzdem die Erziehung von Leonie. Leonie hat gerade gelernt und akzeptiert, das auch ihre Oma ein paar Stunden (mit Arbeitsvertrag und am Wochenende) arbeiten muss, um unseren Lebensunterhalt und ihren Kita-Platz zu sichern. Sie hat gelernt, das sie nicht alles haben kann, sie hat erlebt das Freunde und Verwandte uns helfen (mit Geld oder Sachen für Leonie) wenn es uns nicht möglich ist auch mal zusätzlich etwas zu kaufen und erlebt nun eine Mutter die es sich zwar nicht leisten kann etwas zum Unterhalt ihrer Tochter beizutragen und auch zum Geburtstag nichts für sie übrig hatte, dafür aber 14-tägig mit Geschenken anrückt. Wie erkläre ich das Leonie und auch die Tatsache das wir das nicht können? Ich bin froh und dankbar dafür, das wir einen Freundes - und Verwandtenkreis haben der in dieser Situation hilft.

Ich habe mich in den letzten Monaten in puncto Umgangsrecht, kindgerechte Umsetzung dieses Rechts und den Rechten und Pflichten von Pflegeeltern und Pflegekindern weitergebildet. Schade das man das nur in den alten Bundesländern kann. Das was mir dort u.a. vermittelt wurde, scheint auch auf unseren Fall zuzutreffen. Wir haben uns immer um Leonie gekümmert, so das ihre Beeinträchtigungen nie nach außen sichtbar waren. Auch jetzt geht es Leonie nach außen hin gut. Da wir nicht klagen und jammern wie die Kindsmutter scheint auch für alle klar zu sein, denen geht es gut. Nur so ist für mich erklärbar warum für die Kindsmutter soviel Mitgefühl da ist (und das sogar von der VP), für Leonie jedoch nicht und für uns den bösen Eltern schon gar nicht. Fragt sich eigentlich niemand warum der Supermutter dann trotzdem nichts besseres eingefallen ist, als den bösen Eltern ihr so über alles geliebtes Kind mit 5 Wochen anzuvertrauen ? Ach ja richtig, sie musste sich ja vom Milieu lösen. Gut zu wissen, das sie dort nichts mehr verdient hat und sich für 0 € die Nacht dort nicht mehr hinstellen wollte und einfach nicht mehr hingegangen ist.

Oft sollen nach der Vorstellung von Gericht und/oder Jugendamt möglichst häufige Kontakte des Kindes mit der Mutter helfen, die psychische Not der Kindsmutter zu lindern. Mitleid ist zwar menschlich verständlich, aber ein schlechter Ratgeber für Entscheidungen in Sachen Kinderschutz. Im zivilrechtlichen Kinderschutzverfahren – einem mit guten Gründen von der Inquisitionsmaxime gemäß § 12 FGG bestimmten Verfahren – kann es nur ein Ideal und Ziel geben: Bei Entscheidungen im Bereich des Art. 6 Abs. 2 GG bildet das Wohl des Kindes immer den Richtpunkt, sodass bei Interessenkollisionen zwischen dem Kind und seinen Eltern sowie Pflegeltern das Kindeswohl letztlich bestimmend sein muss. Ich möchte hier niemand etwas unterstellen, aber der Eindruck das sich alles um die Kindsmutter dreht, drängt sich leider nicht nur mir auf.

Daher wird es von meiner Seite keine Zustimmung zu einer zeitlichen Verlagerung des Termins geben. Mein Mann denkt ebenso. Einziger Kompromiss der für mich akzeptabel ist, ist ein Beginn um 08.30 Uhr. Das ist auch von der Kindsmutter 2 x im Monat zu schaffen. Der Zug fährt 7.18 Uhr, ist um 8.00 Uhr in Velten. 8.10 Uhr fährt der Bus ab dem Bahnhof. (Nachzuvollziehen im Internet) Dann kann sie auch nicht klagen, das sie warten muss. Und den Fußweg von 10 min wird sie wohl schaffen. Schließlich mutet sie in einem ihrer Schreiben ihrer Tochter auch einen 3 km-langen Fußweg zum Bahnhof zu. Auch einer Verlängerung auf 3 Stunden werde ich nicht zustimmen. Habe ich bisher auch nur unter der Prämisse, das es Leonie nach dem Besuch ihrer Mutter gut geht. Auch ist es wenig altersgerecht, eine Dreijährige zu zwingen sich 3 Std. mit einer Person zu beschäftigen. Das ist weder in der Kita, noch zu Hause so.

Auch der Übergabe von Leonie mit einem Leerraum von 5 min. ohne unsere Anwesenheit wird von mir abgelehnt. Leonie wird direkt an ihre Mutter übergeben. Sie kann ja die Augen zu machen, wenn sie meinen Mann nicht sehen möchte.

Sollte es Leonie weiter wollen, wird mein Mann beim nächsten betreuten Umgang dabei sein und zwar solange wie Leonie das möchte. Sollte der Kindsmutter dies unzumutbar erscheinen, merke ich noch einmal an das wir sie auch ertragen müssen und wir Leonie zuliebe ihre Anwesenheit auch ertragen.

Die Frage die sich mir immer wieder stellt, ist die : Würden Sie all dies auch, sofern vorhanden, ihren eigenen Kindern zumuten ?

Anmerkung: Keine Reaktion von Seiten des Jugendamtes Oberhavel oder der Kindesmutter. Trotzdem nötigte ich mein Enkelkind zu weiteren Umgängen mit ihrer Mutter. Das Ergebnis: Leonie lief aus dem nächsten Umgang weg, direkt in die Arme ihres Großvaters. Trotzdem brachten wir sie wieder hin, mit dem Ergebnis, dass das Kind nun von 5 Erwachsenen daran gehindert wurde, den Raum zu verlassen und man ihr erzählte, dass sie sowieso ihre Großeltern verlassen muss und dann eine lange Reise macht! 




Samstag, 13. September 2014

Nachricht für Leonie: ja wo laufen sie denn....


Ein Pferd galoppiert mit seiner Lunge,
hält durch mit seinem Herzen,
gewinnt mit seinem Charakter.
(c)Frederico Tesio

Keine Ahnung ob das stimmt, aber wir waren beim Trabrennen in der Krieau. Auf Julio Cesar habe ich gesetzt. Es sah auch so aus als wenn er gewinnt und dann fällt er zurück und lässt sich überholen. Aber Ines hat eine Platzwette gewonnen. Der nette Sulkyfahrer, mit dem ich mich unterhalten habe, hat leider nicht gewonnen. Und als wir nicht mehr gewettet haben, haben wir gewonnen. So kann's gehen.... aber auf jeden Fall hatten wir viel Spaß!!!!!


hautnah....

der nette Sulkyfahrer....

jetzt wird es spannend...

Selfie heißt das heutzutage...

so süß....

dicht daneben ist auch vorbei....


Berlin - Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung

Zum Thema wird Frau Hauptkommissarin Graichen des Berliner LKA 125 aus kriminalpolizeilicher Sicht einen Vortrag halten. Ort und Zeit: 17. 09. 2014 ab 18 Uhr, Kleiner Gemeindesaal der Evangelischen Kirche zum Guten Hirten, Friedrich-Wilhelm-Platz, Eingang Goßlerstraße (U-Bf. Friedrich-Wilhelm-Platz, U 9, Süd-Ausgang, rechts), Berlin!

Ich würde mir ja mal wünschen, dass sich jemand traut über Kindesmißhandlungen und Kindesvernachlässigungen von Kindern in der Obhut deutscher Jugendämter zu sprechen. Wahrscheinlich in 30 Jahren...




Kassel: Prozeßbeobachter erwünscht Andrea Jacob ./. Stadt Gießen

 Prozeßbeobachter erwünscht am Dienstag, den 16.09.2014 um 10.15 Uhr.

Wo: Gerichtsgebäude des Hess. VGH, Brüder-Grimm-Platz 1-3 in 34117 Kassel, Raum 113 I. Stock.

Verfahren: Andrea Jabob ./. Stadt Gießen u.a.

Es geht hierbei mitunter um den ständigen Datenmissbrauch und Verleumdungen in den Jugendämtern.
Hier soll wieder einmal das Recht gebeugt werden, damit das Jugendamt geschützt wird.